IT Ringvorlesung in Leipzig - Das Finale

Freitag, 10. Juni 2016, 14:00 Uhr
Block image logo itmitte.de neu ringvl

Die IT Ringvorlesung für das Sommersemester 2016 hat ihr Finale erreicht. In diesem Semester haben drei Praxispartner wieder drei jeweils unterschiedliche Projektaufgaben gestellt, die alle trotz eines sehr kurz bemessenen Zeitraumes zu einem sinnvollen Ende fanden. Der Lehrstuhl für technische Informatik und sein Lehrstuhlinhaber Prof. Martin Bogdan zeigen auch in diesem Jahr, welchen Mehrwert regionale Unternehmen für die universitäre Lehre haben können, wenn sie Gelegenheit bekommen, sich als Praxispartner zu beteiligen.

Die Projektresultate im Überblick

Die Projektvorschläge unserer Praxispartner sind allesamt an realen Problemen orientiert, für die es keine einfache Lösung gibt. Unsere Praxispartner stehen tagtäglich vor solchen Herausforderungen, für die zeitnah eine adäquate Lösung gefunden werden muss. Dementsprechend sind die nun abgeschlossenen Projekte unserer IT-Masterstudenten ein Beweis dafür, dass sie selbst in der Kürze der ihnen zur Verfügung stehenden Zeit, einen sinnvollen Beitrag erarbeiten können.

Das sind die drei Projektresultate im Überblick:

Umsetzung eines Marktkommunikationsprozesses mit Hilfe der SAP IS-U Common Layer Technologie

Für die GISA GmbH spielen SAP-basierte Softwarelösungen eine bedeutende Rolle. Nicht nur betriebsintern sondern auch die Kunden der GISA verlassen sich auf SAP-Lösungen. Doch was passiert wenn SAP ein Upgrade ihrer Produkte vornimmt? Viele Unternehmen müssen daraufhin reagieren und nachziehen. Die GISA steht hierbei für ihre Kunden beratend zur Seite und sucht nach Möglichkeiten, wie man eine Umstellung so elegant wie möglich gestalten kann.

Die neue SAP Common Layer Technologie ist solch ein Upgrade, womit der Datenaustausch in Zukunft effizienter gestaltet werden kann. Mit Blick auf den Energiemarkt geht es der GISA darum, einen nahtlosen und rechtskonformen Informationsaustausch zwischen den Marktakteuren zu gewährleisten. Das Nachrüsten auf aktuelle SAP-Standards ist dabei unumgänglich. Bei der Entwicklung von Umstellungskonzepten auf neue SAP Standards hat das studentische Projektteam der GISA ordentlich mitgemischt. Das Ergebnis war ein erster Lösungsansatz, wie ein Datenaustausch verschiedener Akteure des Energiemarktes mithilfe der SAP Common Layer Technologie realisiert werden könnte.

Abbildung der Versionsverwaltung für unabhängige Softwarekomponenten

Auch das Projekt der OR Soft drehte sich um Softwareumstellung. Die OR Soft verwendete bisher die Software Apache Subversion (SVN) zur zentralen Versionsverwaltung von Dateien und Verzeichnissen. Mithilfe zentraler Versionsverwaltungen können mehrere Mitarbeiter dezentral an einem größeren Projekt arbeiten und bleiben dabei stets auf dem aktuellen Stand des gesamten Projektarchives.

SVN sollte nun gegen ein andere zentrale Versionsverwaltungssoftware ausgetauscht werden. Die Wahl fiel auf Git. Das studentische Projektteam der OR Soft stand nun vor der Herausforderung eine Lösung zu finden, wie man den Übergang von SVN zu Git schrittweise ermöglicht ohne das bisherige Zentralarchiv unter SVN komplett neu unter Git aufzusetzen. Eine duale Lösung musste gefunden werden, die beide Versionsverwaltungen abbildet. Das Projektteam der IT Ringvorlesung hat mit ihrem Projektbeitrag eine Grundlage zur Evaluation geliefert, wie die Entwicklungsleitung der OR Soft von nun an die Migration ihres 260GB großen Projektarchives bewerkstelligen wird.

Skalierbare Verfahren zur Streamdatenverarbeitung

Bei der mgm technology partners drehte sich alles um Big Data. Für die IT Ringvorlesung hat sich das Unternehmen aus Halle etwas ganz besonderes ausgedacht. Das Projektteam der mgm hatte die Aufgabe Twitter-Tweets nach Region aufzuarbeiten. Städte und Kommunen sollen die Möglichkeit bekommen, innerhalb ihres Einzugsgebietes leichter Geschehnisse und Trends zu analysieren. Ziel war die visuelle Aufbereitung von Twitter Nachrichten und ihrer Hashtags.

Wenn es ein Projektteam aus Studenten schafft, in der kurzen Zeit ein unüberschaubares Meer aus Daten systematisch aufzuarbeiten und diese Datenflut im Hinblick auf eine bestimmtes Leitinteresse abzubilden, dann sollte das eine aussagekräftige Demonstration dafür sein, dass Big Data nicht nur von Geheimdiensten oder Großkonzernen gemanagt werden kann. Das Studententeam der IT-Ringvorlesung hat genau dies bewiesen. Die Projektgruppe der mgm hat gezeigt, dass die Vorteile, die eine Big-Data Aufbereitung bereithält, sogar von Kleinanwendern genutzt werden kann, sofern das Know-How vorhanden ist.

Auf ein Neues im nächsten Semester

Eine weitere Runde IT-Ringvorlesung hat damit ein erfolgreiches Ende gefunden. Auch in diesem Semester konnten die Informatik Studenten der Universität Leipzig zeigen, dass die dortige Informatik-Lehre für die Belange der freien Wirtschaft äußerst relevant sein kann. Die Qualität der abgeschlossenen Projekte zahlt sich entsprechend aus. Wir vom Empfehlungsbund hören immer öfter von ausgehandelten Werkstudentenverträgen und sogar Arbeitsverträge zwischen den Teilnehmern der IT-Ringvorlesung und unseren Praxispartnern. Aus unserer Sicht erfüllt die IT-Ringvorlesung genau das Ziel, das wir uns für diese Art der Veranstaltungsreihe erhofft haben: hochqualifizierte Studenten und High-Tech-Unternehmen aus der Region zusammenführen.

Wenn auch Sie als Praxispartner interessiert sind, dann steht Ihnen Kathleen Schwerdt als Ansprechpartnerin gern zur Verfügung: kathleen.schwerdt@pludoni.de

Wir hoffen auch im folgenden Semester auf spannende Projekte unserer Praxispartner. Und wir hoffen auch auf eine ebenso motivierte Truppe von Masterstudenten der Informatik und Wirtschaftsinformatik, die es sich zutrauen, reale Probleme regionaler High-Tech-Unternehmen anzupacken.



Dieser Blogbeitrag erschien erstmals auf itmitte.de.